Kontroll- und Servicearbeiten an Fernsteuerungen für Modellflugzeuge nach der Winterpause

In Abständen von 2-3 Jahren sollte während der Winterpause eine Überprüfung der Fernsteueranlage (Sender, Empfänger) in einer Fachwerkstätte durchgeführt werden.

Zu Hause

Akkus für die Fernsteuerung

Sender- und Empfängerakku (NiCd oder NMH) mit einem Multilader oder einem Automatiklader mit einem Strom der 1/10 der Nennkapazität beträgt über einen Zeitraum von 14 Std. laden. Geringe Abweichungen des Ladestromes(± 10%) von 1/10 der Nennkapazität sind zulässig, bedingen aber proportional dazu eine Änderung der Ladezeit.

Ladezeit in Stunden mal Ladestrom in mA sollen die 1,4-fache Nennkapazität in mAh ergeben

Beispiel: Akku 1800 mAh (= 1,8 Ah)
Ladestrom 180 mA - Ladezeit 14 Stunden ergeben 2520 mAh (= 2,52 Ah) oder
Ladestrom 160 mA - Ladezeit 16,12 Stunden ergeben ebenfalls 2520 mAh (= 2,52 Ah)

Eine Ladezeitüberschreitungen von mehreren Stunden mit oben angeführten Ladeströmen werden den Akku nicht schädigen.
Anschließende Kontrolle der vorhandenen Akkukapazität durch einen Entladevorgang mit einem Automatiklader - Entladestrom wiederum 1/10 der Nennkapazität, minimale Entladespannung je Akkuzelle 0,9 V.
Der Entladevorgang dauert mit diesem Entladestrom ca. 10 Stunden. Die Entladezeit in Stunden mal Entladestrom in mA (oder A) soll die Nennkapazität des Akkus in mAh (oder Ah) ergeben.
Abweichungen vom Entladestrom sind so wie beim Ladevorgang zulässig. Die Entladezeit ändert sich proportional hiezu.

Beispiel: Empfängakkupack, 4 Zellen
Minimale Entladespannung 3,6 V

Wenn die angegebene Akkukapazität annähernd ausgeladen wird, kann der Akkupack als in Ordnung angesehen werden.
Zwischen Lade- und Entladevorgang sollte nicht mehr als 1 Tag vergehen.
Wer keinen Automatiklader besitzt, möge sich an einen Kollegen mit einem solchen wenden.

Tipp !!

Um versteckte Unterbrechungen im Akkupack besonders bei Inlineverlötungen (Zellenverlötung ohne Lötfahne)zu finden, sollte dieser während des Entladevorganges mit einem Finger mehrmals abgeklopft werden. Der Akkupack sollte mit Gefühl in sich verbogen und auch gestreckt werden. Auftretende Unterbrechungen werden von den meisten Automatikladern angezeigt. Dies sollte besonders bei Elektroflugantriebsakkus, welche auch zur Empfängerstromversorgung verwendet werden, beachtet werden.

Tipp !!

Statt eines Bleiklotzes zur Einstellung des Schwerpunktes sollte besser ein Empfängerakku mit größerer Kapazität verwendet werden.

Spartipp !!

Die Erneuerung eines angeschlagenen Fernsteuerakkus kostest einen Bruchteil eines abgestürzten Flugzeuges! Verkabelung im Flugzeug
Kontrolle sämtlicher Steckverbindungen auf Korrosion (Ansätze von matten, grünlich bis schwarzen Stellen an Kontaktstiften) sowie auf Verschmutzung
Kontrolle sämtlicher Lötverbindungen auf abstehende, abgebrochene Kupferadern und Korrosion (grünlich, schwarze Verfärbung der Kupferadern)
Kontrolle der Kabelisolierungen



Flugzeugmechanik

Überprüfung der Leichtgängigkeit der Ruder und Rudergestänge
Schwergehende Ruder und Rudergestänge belasten die Servos, was die mechanische Abnutzung forciert und besonders zu einem erhöhten Stromverbrauch und damit verbunden zu einem erhöhten Spannungsabfall in der Empfängerstromversorgung führt.
Als Folge davon ergeben sich geringere Flugeinsatzdauer und reduzierte Empfangsverhältnisse
Empängerstromversorgungen aus einem E-Motorregler (BEC) können durch erhöhten Stromverbrauch überlastet werden. In der Folge bricht die Empfängerstromversorgung zusammen. Ergebnis - ungeklärte Abstürze weil die Fernsteuerung, wenn diese beim Absturz nicht beschädigt worden ist, nach der Bergung des Flugzeuges meist wieder funktioniert.

Auf dem Flugplatz

Fernsteuerung

Reichweitentest mit eingezogener Antenne - die zu erreichende Reichweite ist der Betriebsanleitung für die Fernsteuerung zu entnehmen (zu berücksichtigen sind die Boden- und Luftfeuchte sowie die Position der Empfängerantenne)

Elektroantriebe

Kontrolle auf Vibrationen im Antriebssystem. Vibrationen verursachen unnützen Lärm, mindern die Leistung des Antriebsmotors, forcieren die mechanische Abnutzung und können zu Kabelbrüchen im Fernsteuersystem führen.
Wer sich jetzt überhaupt nicht mehr auskennt, möge sich an einen der vielen Experten in unserem Verein wenden.



Tipps zur Akku Pflege

Johann Haller ist im Internet fündig geworden. Bei der allseits bekannten Firma Schulze Elektronik gibt es einen PDF-File zum Thema Akku-Pflege.
Download unter www.schulze-elektronik-gmbh.de oder
HIER



Störungen im Fernsteuerband 35,01 bis 35,2  MHz. durch UKW Rundfunksender



Seit der Inbetriebnahme von UKW-Rundfunksendern im Frequenzbereich von 100 bis 104 MHz wurde wiederholt über Störungen im Fernsteuerband 35,01 bis 35,2  MHz. berichtet.
Grundsätzlich kann gesagt werden, dass das Fernsteuerband durch den Betrieb von Rundfunksendern nicht gestört werden kann.
Trotzdem können ( die Betonung liegt bei können) beim Betrieb von Fernsteuerungen im 35 MHz-Band Störungen durch UKW Rundfunksender auftreten..
Die Ursache liegt  im Empfänger der Fernsteueranlage:           

Alle heutigen Fernsteuerempfänger sind sog. Überlagerungsempfänger (Superhet). Beim Überlagerungsempfänger wird in einer Mischstufe die gewünschte Empfangsfrequenz mit einer im Empfänger erzeugten Frequenz (Oszillator) vermischt (überlagert). Dabei entstehen viele Mischprodukte (Frequenzen). Eines dieser Mischprodukte wird ausselektiert und weiterverstärkt. Diese Frequenz nennt man Zwischenfrequenz (ZF – üblicherweise 455 KHz). Durch die Vielzahl der Mischprodukte  ergeben viele Eingangsfrequenzen eine Zwischenfrequenz von 455 KHz. Das heißt für den Betrieb der Fernsteueranlage:
Ein Überlagerungsempfänger hat prinzipiell nicht eine sondern viele Eingangsfrequenzen. Um den Betrieb der Fernsteuerung sicher zu stellen, muss vor der Mischstufe eine  Vorselektion der Empfangsfrequenzen erfolgen – erwünschte Frequenzen werden durchgelassen , unerwünschte werden unterdrückt.

Folge:
Je besser die Vorselektion im Empfänger ist, umso stärker wird der Mehrfachempfang unterdrückt. Eine bessere Vorselektion schlägt sich fast immer auf den Produktpreis (im Klartext sind das die Kosten für einen Empfänger) nieder.

Abhilfe:
Hochwertige Empfänger verwenden. Besondere Vorsicht bei den Anschaffung von sog. Einsteigersets. Doppelsuperhetempfänger sind von diesen Störungen nicht betroffen

Artikel „
Störungen 35MHz
© Johann Haller



ACHTUNG beim Umstieg von 7 Zellen NiCd oder NiMh auf 3s Lipo!!!!

Beim Umstieg von NiCd oder NiMh auf Lipo-Zellen ist zu überprüfen ob die BEC-Empfängerstromversorgung durch die bedingte Erhöhung der Antriebsakkuspannung von 8,4 Volt auf 11,1 Volt noch sichergestellt ist. Durch die Erhöhung der Antriebsakkuspannung um 2,7 Volt kann es zu einer Überhitzung des Antriebsreglers und damit zur Abschaltung der Empfängerstromversorgung kommen. Die logische Folge: " FLUGZEUGABSTURZ!!!!" aus unerklärlichen Gründen, weil die Steuerung, wenn durch den Absturz nicht zerstört, nach der Bergung des Flugzeuges wiederum klaglos funktioniert.



© Johann Haller



BEC-Empfängerstromversorgung

Sicherheit im Modellflug durch sichere Empfängerstromversorgung
Auf der Homepage der Firma Schulze wurde Hans Haller auf einen interessanten Artikel zum Thema BEC Stromversorgung fündig. Bei Interesse ladet euch diese pdf Datei auf euren PC und lest in euch aufmerksam durch!



Zum Thema BEC-Versorgung noch ein weiterer sehr wichtiger Punkt: Der Artikel wurde ebenfalls auf der Homepage von Schulze gefunden!!!!!!

Welche Servos sind BEC geeignet?
und
Wieviel Servos an welchen Drehzahlsteller?

Sie haben richtig gelesen, der Umkehrschluß lautet: Es sind nicht alle Servos dazu geeignet, an BEC Systemen betrieben zu werden und man kann nicht beliebig viele Servos an die Steller anschließen.

In unseren neueren Steller-/Regler Bedienungsanleitungen gehen wir bereits ausführlicher auf die Problematik ein.

1) Grundsätzlich gilt: Ein BEC geeignetes Servo sollte nicht mehr als ca. 500 mA Blockierstrom aufnehmen.
Hier taucht schon das erste Problem auf:
Die Technischen Daten der Servos können Sie beispielsweise bei Graupner im Katalog nachschlagen,
bei Robbe z. B. finden Sie diese Angabe nicht (p.s.: Robbe gibt telefonisch Auskunft.).

Inwiefern veröffentlichte Daten stimmen ist ein anderes Kapitel - so kann durchaus eine Servotype vom Hersteller umgestellt werden und hat dann andere technische Daten als in dem älteren Katalog veröffentlicht.

Was passiert, wenn Sie 4 BEC-geeignete Servos (500 mA) an ein 1,5 A BEC-System anschließen?
Ganz einfach:
Wenn alle 4 Servos gleichzeitig anlaufen oder unter Last in Betrieb sind, bricht auch in Verbindung mit BEC-geeigneten Servos die Spannung des BEC Systems zusammen.
Warum?
4 Servos mal 0,5 A = 2 A. Da aber nur ein 1,5 A BEC benutzt wird, geht dieses in die Knie (wie ein leerer Akku).
Dadurch steigt der Empfänger aus:
Er liefert noch kurz "wilde Signale" an das Servo bevor er und das Servo komplett stromlos ist.
Da sich die Servos jetzt nicht mehr bewegen, steigt die BEC Spannung wieder auf 5 V an, der Empfänger empfängt wieder und und die "hausgemachte" Empfangsstörung ist vorbei - bis zum nächsten Mal.

Merke:
Die Summe aller Servo-Blockierströme muß unter dem maximal erlaubten BEC Strom liegen.
Hinweis: Verlassen Sie sich nicht drauf, daß die "beiden Störklappenservos" ja nur zum Landen benutzt werden. Bei einer Störung laufen auch diese unfreiwillig an...

2) Darüberhinaus kann nicht jede beliebige Anzahl von Servos an das BEC angeschlossen werden, bis rein rechnerisch die maximale Strombelastbarkeit des BEC erreicht ist.
Das BEC System würde den Hitzetod bei größeren Zellenzahlen sterben, wenn es nicht gegen thermische Überlast geschützt ist.
Bei der Spannungsreduzierung von der Akkuspannung hinunter zu 5 Volt entstehen Verluste (die überflüsige Spannung wird (umgangssprachlich) "kaputtgemacht" oder "verbraten").
Die Höhe der Verluste ergeben sich zum Einen aus der oben bereits angesprochenen Differenzspannung (Antriebsakku abzüglich 5 V BEC-Spannung) und dem Servostrom.
Volt mal Ampere ergeben Watt - und wenn man sich vergegenwärtigt wie heiß eine 25 Watt Glühbirne ist, kann sich leicht vorstellen, daß ein Steller oder Regler dann versagt.
Rechenbeispiel: 12 Zellen = 14,4 Volt. 14,4 V - 5 V = 9,4 V, die der Spannungsregler kaputt machen muß.
Wir schließen 4 Stück 9 Gramm Servos an das BEC-System an. 4 Servos mal 1,0 A = 4 Ampere. 9,4 V * 4,0 A = 37,6 Watt.
Bei schwergängigen Servos oder dauerhafter Ruderbewegung (Servos wechseln laufend die Drehrichtung) z. B. durch Steuerimpulse oder PPM-Empfänger an der Reichweitegrenze, bekommt solch ein BEC System schnell Temperatur und schaltet sich aus "Sicherheitsgründen" ab. Ohne Saft kann aber der Empfänger nichts mehr machen...

Merke: Sie kommen ums Rechnen nicht herum, wenn sie ihr Modell in sicheren Bereichen des BEC betreiben wollen.

3) Hinweis:
Vorsicht bei 6- und 9 Gramm Servos.
Viele Kleinst-Servomotoren haben unter Umständen nur einen halb so großen Wirkungsgrad wie die Motoren der empfohlenen Servos.
In der Praxis heißt das, daß diese Servos den doppelten Strom ziehen, wenn am Servoarm die gleiche Kraft aufgebracht wird. Dadurch sinkt die maximal mögliche Anzahl der an das BEC anzuschließenden Servos.

Artikel „
Schulze BEC Versorgung

Auszug aus der Graupner Bedienungsanleitung für das IFS Fernsteuersystem zum Thema Empfängerstromversorgung:

Stromversorgung des Systems

Das Graupner|iFS-System ist ein computergesteuertes System. Genau wie Ihr Personalcomputer zu Hause ist die Stromversorgung der kritischste Baustein, der über Erfolgb oder Misserfolg entscheidet. Graupner|iFS-Sendermodule können mit der Standard Senderbatterie betrieben werden. Keine weiteren Komponenten werden benötigt. Graupner|iFS-Empfänger müssen einwandfrei mit Strom versorgt werden! Mit den heutzutage üblichen kräftigen Digitalservos kann die Belastung der Flugakkus extrem sein. Es ist nichts ungewöhnliches, dem Akku während des Fluges viele Ampere zu entnehmen. Sie sollten eine Stromversorgung verwenden, die die richtige Spannung liefert, auch unter hoher Last. Selbst kleine Servos wie die Graupner/JR DS-281 können bis zu einem ¾ Ampere ziehen, wenn Sie unter Last blockieren. Vier dieser Servos in einem „Foamie“ können technisch 3 Ampere ziehen, hierbei ist der Strom, der für den Empfänger benötigt wird, noch nicht eingeschlossen. Jahrelang wurde über Sender-„fehler“ oder „Störungen“ mit 35MHz/36MHz/72MHz/75MHz- Geräten geklagt, die eigentlich Stromversorgungsprobleme waren und keine Signalverluste. Der Unterschied ist jetzt, dass computergesteuerte Empfänger ca. 3,5 V benötigen, da sie sich sonst neu starten. Im Vergleich dazu arbeiten nicht computergesteuerte Empfänger bei Bruchteilen eines Volts und starten niemals neu.
1. Empfohlene Power Einstellungen für Graupner|iFS-Empfänger 4-Zellen Packs:
4 Zellen Packs arbeiten sehr gut mit Graupner|iFS-Empfängern zusammen, vorausgesetzt, sie haben eine ausreichende Kapazität. Der Maßstab, den wir verwenden ist nicht weniger als 350mAh für jedes analoge Servo und nicht weniger als 500 mAh für jedes digitale Servo. Deshalb würde in einem typischen 4 Analogservo-Setup eine 1400 mAh 4-Zellen- Stromversorgung das absolute Minimum sein, das wir empfehlen. Sicher könnten Sie mit einer kleineren Kapazität auskommen, aber dann müssen Sie sich selbst die Frage stellen: „ Was ist mir mein Modell wert und bin ich gewillt, ein Risiko mit einer unzureichenden Strromversorgung einzugehen?“
5-Zellen Packs:
5-Zellen Packs bieten einen größeren Spannungsspielraum. Sie sind eine bessere Wahl im Vergleich zu 4-Zellen Packs. Beachten Sie bitte, dass einige Servos die Spannung eines 5- Zellen Packs nicht bewältigen können. Achten Sie auf die Spezifikationen Ihrer Servos, bevor Sie ein 5-Zellen Pack verwenden.
A123 Packs: (Nanophosphate® Lithium Ionen)
Diese sind die beste Wahl. Sie verfügen über eine Spannung, die höher als bei einem 4-Zellen-, aber geringer als bei einem 5-Zellen Pack ist. Die aktuellen Fähigkeiten dieser Akkus übertreffen jeden 4 oder 5 Zellen NiMh- oder NiCd- Akku. Bedienungsanleitung IFS Seite 18 Vers. 3.3
2-Zellen LiPo Packs:
Neuere Hochstromservos können mit einem zweizelligen Lipo Pack benutzt werden. Das geht sehr gut, weil die Graupner|iFS-Empfänger Spannungen bis 30 Volt verarbeiten können. Beachten Sie jedoch, dass die Eingangsspannung für die Graupner|iFS-Empfänger nicht geregelt ist, so dass die volle Eingangsspannung an die Servos ausgegeben wird.
2. Die Empfänger Status-LED leuchtet konstant orange. Was bedeutet dies?
Wenn Sie jemals beobachten, dass die Graupner|iFS -Empfänger Status-LED ständig orangeleuchtet, bedeutet dies, dass Sie ein Spannungs- (und deswegen ein Stromversorgungs-) problem haben! Sobald die Spannung am Graupner|iFS-Empfänger unter 4,4 V absinkt, schaltet die Status-LED dauerhaft auf „orange“. Dies geschieht aufgrund eines Mangels der verwendeten Stromversorgung, die den benötigten Strom nicht zur Verfügung stellen kann und dadurch den Flugakku in der Spannung absinken lässt.
Bitte beachten Sie, dass dies eine Warnanzeige ist. Sie lügt nicht! Wenn die Status-LEDauf dauerhaft „orange“ umschaltet, gibt es tatsächlich ein Problem... bitte ignorieren Sie dies nicht!
Manchmal sorgt ein schlechtes Servo dafür, dass die Spannung abfällt und die Status-LED auf „orange“ schaltet. Eine einfache Methode, um herauszufinden, ob ein Servo unverhältnismäßig viel Strom zieht, ist es, indem Sie alle Servos vom Graupner|iFS-Empfänger abstecken, den Empfänger wieder einschalten, so dass die Status-LED grün leuchtet und dann jedes Servo unter Beachtung der Status-LED einzeln wieder einstecken. Wenn die Status-LED nach Einstecken aller Servos erst dann auf „orange“ schaltet, wenn Sie die Steuerknüppel bewegen, dann ist Ihre Empfängerversorgungs-spannung unzureichend. Bitte beachten Sie, dass Steckerladegeräte, die mit vielen R/C-Fernsteuerungen geliefert werden, meist nur für 4 Zellen Packs ausgelegt sind. Diese Ladegeräte haben typischerweise einen Ladestrom von 50mA, das bedeutet, dass in jeder Stunde 50 mA Strom in den Empfängerakku geladen werden. Für einen 2.000mAh Akkupack würde es demnach 40 Stunden dauern, diesen aus erschöpftem Zustand aufzuladen und immerhin noch 20 Stunden, wenn der Akku halb leer war. Eine Ladung über Nacht, um auf volle Kapazität zu kommen, würde in beiden Fällen nicht funktionieren. Bedienungsanleitung IFS Seite 19 Vers. 3.3
3. Lastprüfung, BECs und Schalter
Wir empfehlen Ihnen, dass Sie Ihre Empfängerstromversorgung jedes Mal mit einer Last von mindestens 1,5A testen, bevor Sie damit fliegen. Es gibt Hersteller, die kostengünstige Last- und Spannungsprüfgeräte anbieten. Diese untersuchen, ob Ihre Empfängerstromversorgung die Leistung hat, die notwendig ist, um Ihr Setup zu fliegen. Die Status-Anzeige Ihres Graupner|iFS-Empfängers muss während eines solchen Tests grün bleiben. Sobald die Status-LED während einer solchen Lastprüfung orange leuchtet, versuchen Sie bitte den Schalter oder das Schalterkabel aus Ihrer Konfiguration zu entfernen, um zu sehen, ob dies das Problem löst. Sollte dies der Fall sein, tauschen Sie das Schalterkabel aus und wiederholen Sie den Test. BEC Schaltungen (Battery Eliminator Circuits) sind großartig für kleine Flugmodelle, bei denen die Belastung des Akkus sehr gering ist. Hüten Sie sich jedoch vor jeglichen „Linearreglern“, selbst wenn es sich um sogenannte „Hochstromversionen“ handelt. Schaltregler sind bei weitem zuverlässiger und werden generell nicht heiß oder verändern ihre Ausgangsspannung unter Hitze oder Last. In Fahrt- oder Flugreglern integrierte BECs müssen einen genügend hohen Strom zur Verfügung stellen können, um Graupner|iFS-Empfänger ausreichend mit Strom versorgen zu können. Wir haben viele Regler untersucht, die nicht funktionierten. Diese sind relativ einfach ausfindig zu machen, weil bei diesen die Graupner|iFS-Status-LED sofort auf orange schaltet, oder im schlimmsten Fall, den Empfänger immer und immer wieder re-booten, also neu starten lässt. Obwohl Schalterkabel eine sehr komfortable Art und Weise sind , RC-Modelle ein- und auszuschalten, können sie doch die Ursache von Systemausfällen sein. Selbst hochbelastbare Schalter haben einen Spannungsabfall von 0,2 Volt wenn sie neu sind. Wenn sie altern,
oxidieren sie und die dauernde Erschütterung nagt an den Metallkontakten. Wir haben nach einer Flugsaison an einem Hochleistungsschalter einen Spannungsabfall von 0,7V gemessen.
4. Laden, Laden, Laden!
Kein Flugakku ist zu voll. Wir empfehlen, Ihren Akkus zwischen den Flügen noch eins „draufzusetzen“. Oftmals fliegen Sie keine aufeinander folgenden Flüge und es ist genügend Zeit zum Nachladen vorhanden, insbesondere wenn Sie A123 Packs verwenden, bei denen ein Nachladen buchstäblich in wenigen Minuten erledigt ist.
5. Halten Sie Ihre Setups einfach
Obwohl es Modellbauer bevorzugen, die neuesten und besten Produkte zu haben, gibt es einige Produkte, die neue potentielle Fehlerquellen einschleppen können, wenn sie installiert werden. Aus diesem Grund empfehlen wir Ihnen, Ihre Installationen so einfach wie möglich auszuführen. Statt „Stromversorgungserweiterungen“ zu verwenden, empfehlen wir Ihnen den Einsatz von doppelten Stromversorgungssteckern an beiden Enden der Servobuchsenleiste der Graupner|iFS-Empfänger. Wenn Sie zum Beispiel einen Graupner|iFS 10-Kanal-Empfänger benutzen, sollte die Stromversorgung am B/T-Anschluss und am Kanal 10-Anschluss erfolgen (selbst dann, wenn ein sog. Y-Kabel, Best.-Nr. 3936.11) verwendet werden muss). Die Verwendung von zwei separaten Flugakkus an jedem Ende der Servosteckerleiste ermöglicht das Doppelte der bisherigen Kapazität und gibt Ihnen den Vorteil eines funktionierenden Systems, wenn ein Akku ausfällt. Bedienungsanleitung IFS Seite 20 Vers. 3.3
Achtung
Beachten Sie bitte, dass der Park- und Slowflyer Empfänger XR-12 IFS keine Unterspannungswarnung besitzt und die Status-LED auch bei Unterspannung niemals auf „orange“ gehen wird. Bitte testen Sie diese Setups mit einer Last, um auf eine ausreichende Spannung zu überprüfen!




Umstieg von 7 Zellen NiCd- oder NiMh auf 2s- Lipo´s



Nach eingehenden Tests hat sich herausgestellt, dass der Umstieg von den häufig verwendeten 7 Zellen NiCd- oder NiMh-Akkus auf 2 S Lipo-Akkus ohne besondere Nachteile möglich ist. Voraussetzung für den Umstieg auf Lipo-Akkus ist natürlich ein Motorregler, der den Ladezustand des Lipo-Akkus exakt überwachen kann.
Durch das geringere Akkugewicht (Einsparung bis 300g sind möglich) ist die Steigflugleistung des Modellflugzeuges trotz der etwas niedrigeren Akkuspannung doch annähernd die gleiche. Die Motorlaufzeit erhöht sich bei gleich gebliebener
Akkukapazität wegen des etwas geringeren Motorstromes um ca. 20 %.
Die Empfängerstromversorgung aus nichtgetakteten Motorreglern funktioniert ebenfalls reibungslos. Empfängerstromversorgungen aus getakteten Motorreglern wurden noch nicht getestet.

Der Umstieg von 7 Zellen NiCd- oder NiMh-Akkus auf 3 S Lipo-Akkus erfordert doch einige Überlegungen betreffend
Antriebsmotor und Empfängerstromversorgung aus dem nichtgetakteten Motorregler.

© Johann Haller